Lebenszeichen vor dem Start

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Abschied aus Neuburg: Nach mehr als drei Jahren gebe ich meinen Job als Lokalredakteur auf, um die Welt zu bereisen und Geschichten jenseits der Landkreisgrenzen aufzuschreiben. Die Arbeitsdisziplin bleibt zurück.

Was soll das hier? Wo bin ich gerade? Und wie steht es um die Reiseplanung?

Das sind die Fragen, auf die ich recht schnell eine Antwort parat haben sollte. Tatsächlich kenne ich die Antwort allerdings nur auf die Frage „Wo bin ich?“. Ich bin für die letzten Tage vor dem Start der Weltreise in Burgkunstadt untergetaucht, lege regelmäßig die Strecke zwischen dem Haus meiner Eltern und dem leer stehenden Bau mit meinen Kisten am Marktplatz zurück und versuche irgendwann die dritte Frage mit „Fertig!“ zu beantworten. Zwischendurch hole ich mir die fränkischsten aller Tipps für die Reise („Mehr Bier trinken. Macht stark und da draußen gibt es nichts Vergleichbares!“), Rosenkränze und Heiligen-Plaketten ab (Geweiht in Lourdes. Danke Oma.).

Je länger ich packe, plane und Meter im Kreis zurücklege, beschleicht mich der Gedanke, dass es nie ein „Fertig“ geben wird. Selbst beim Streichen meines Augsburger Fünf-Jahres-Domizils hatte ich bis zum Schluss das Gefühl des Endlosen in mir getragen. Mit der Reise ist es ähnlich. Aber an Ostermontag steige ich ein und bin weg. Nächster Halt: Keflavík, Island. Dann habe ich fertig.

Also wie weit bin ich? Ein erster Schlafplatz auf Island wäre sicher nicht schlecht. Imo, meine ehemalige Mitbewohnerin und Begleiterin für das erste Vierteljahr der Reise, und ich haben die goldene Regel aufgestellt: erst günstig, dann teuer. Heißt: Wir werden so günstig wie möglich reisen. Couchsurfing. Trampen. Kippen schnorren. Wenn das nicht funktioniert, uns diese Art des Reisens keine Freude bereitet, muss eben investiert werden. Air B’n’B. Mietwagen. Kubanische Zigarren. Leider haben mir die ersten Couchsurfing-Hosts in Reykjavík und Umgebung abgesagt. Ich bleib dran. Ansonsten läuft alles mehr oder weniger. Den Bürokratenkram erspare ich euch.

Was soll das hier? 

Nach dem Bild hatten die Gäste wieder mehr Platz: Abschied aus der Adenauer-WG in Augsburg.

Auf „globalmonkey“ schreibe ich ab dem Start von den Wirrungen einer Weltreise, von den Hintergründen meiner Geschichten, die in deutschen und evtl. auch in englischsprachigen Zeitungen und Magazinen veröffentlicht werden sollen. Ich habe verschiedene Seiten angelegt, auf denen ich einige Projekte verfolge oder die ich einfach wieder lösche. (Dazu mehr in Kürze.) Für die Augsburger Allgemeine schreibe ich auch weiter: ein Monat, eine Kolumne. Beginnend am 10. April im Reise-Journal. Ziel ist es dabei immer, mit den Bewohnern der Orte und Regionen in Kontakt zu treten, Geschichten aus erster Hand erzählen zu lassen, das Lokale im Globalen finden. Deswegen Couchsurfing, deswegen Trampen und Öffis. Deswegen kubanische Zigarren nur auf Kuba. Wer Tipps für mich hat, uns treffen will oder Leute kennt, die uns auf der Strecke aufnehmen würden: Bitte meldet euch. Meine sozialen Netzwerke findet ihr am unteren Ende der Seite.

Grobe Route

Nur für den Notfall, wenn uns niemand mit nimmt: ein internationaler Führerschein für den Mietwagen.

Am Ende meiner Beiträge gebe ich einen groben Überblick über die Route. Hier ein erster, ganz grober Blick in die Welt.

2. April bis 16. April: Island (Keflavík, Reykjavík, Ringstraße usw.)

ab 16. April: USA und Kanada:

Washington – New York – nordwärts Richtung Montreal und Québec

südwärts Québec – Ottawa – Toronto – Chicago

westwärts Chicago – Vancouver – Seattle – Westküste

südwärts nach Mexiko (Ende Juni) — dazwischen einige Nationalparks wie Badlands, Yellowstone etc.

 

3 Replies to “Lebenszeichen vor dem Start”

  1. Lieber Bastian,
    sehr aufregend, was ich da lese und am liebsten würde ich gleich zusammenpacken und mich auch auf den Weg machen.

    Island würde allerdings auf später verschoben werden. Von Kälte, Eis und Schnee habe ich erst mal genug. Um diese beeindruckende Natur gebührend würdigen und genießen zu können, müsste ich vorher einige Monate Sonne und Wärme tanken.

    Trotz Gefahr, dass du diesen Tipp für eine Bleibe in Island schon hundert Mal bekommen hast: Hast du unsere Allgäuer-Volontärin Larissa Benz schon gefragt? Sie hat ein paar Monate in Island gelebt und kann dir vielleicht helfen. Falls du sie kontaktieren magst, frag entweder Doris oder eventuell Stefanie Sayle nach Telefon oder Mail. Ich glaube Larissa ist heute schon nicht mehr bei uns im Journal, sie macht eine kurze Pressereise für Doris und kommt erst am Wochenende zurück. Ich hab Urlaub, bin deshab nicht auf dem Laufenden.

    Dir viele tolle Eindrücke auf demTrip deines Lebens. Bleib vorallem gesund!

    Marion

    1. Liebe Marion,

      wenn ich das richtig verstanden habe, war das Wetter auf Island um einiges milder in den vergangenen Wochen als hierzulande. 🙂 Danke für den Tipp. Ich schreibe Larissa mal an. Bisher haben wir immer noch Pech bei Couchsurfing, was wohl mit dem Ostermontag zusammenhängt.. Nächster Versuch!

      Danke für die Wünsch und schönen Resturlaub!

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